Schriftbilder


Seit ein paar Wochen verfasse ich wieder öfter handschriftliche Texte. Dabei fällt mir eines ganz besonders auf: Mein Schriftbild verändert sich je nach Stimmungslage.
Im kreativen Denkmodus sind die Buchstaben schwungvoll und sehr klar, als würden sie mit der Feder gemalt.
Denke ich dagegen technisch, analytisch, dann werden sie immer kleiner und härter, wie mit einer alten, mechanischen Schreibmaschine einzeln aufs Blatt gepfeffert.
Im frei assoziativen Modus wird es schmierig und undeutlich, weil ich gar nicht so schnell mitschreiben kann, wie ich denke.
Notizen kann wohl niemand außer mir entziffern, das sieht eher aus wie unbeholfenes Gekritzel, da wird nichts ausgeschrieben, nur ausreichend angedeutet.
Das ist genauso in meinen alten Schulheften. Kein Wunder, dass sich meine Lehrer des Öfteren beklagt hatten. Die Buchstaben sind häufig so winzig und eng aneinander gequetscht, dass man eine Lupe bräuchte.