Juri Pavlovic: 7 Sorten Schnee


7 SORTEN SCHNEE

In Idalir regeln die Vertreter der Adelshäuser im Rat die Geschicke der Stadt. Wer jedoch die Stadtmauern verlässt, ist dem Eis und der Kälte dieser abgelegenen Gegend ausgeliefert. Und den Drachen, die dort hausen. Und doch sind die Treppen vor dem Stadttor bewohnt von denen, die innen keine Bleibe finden. Flores bringt ihnen regelmäßig das Nötigste zum Überleben, denn schließlich ist dies die Aufgabe seiner Familie und als jüngerer, unehelicher Sohn ist er für alles zuständig, wofür sein Bruder so gar keine Zeit hat. Als jedoch ein Fremder in der kalt-weißen Einöde auftaucht, scheint sich seine Bestimmung, prophezeit in einem Tattoo, zu erfüllen.

Juri Pavlovic entführt uns in eine fantasievolle Welt und lässt uns ganz allmählich tiefer in eine rätselhaft verwobene Vergangenheit eintauchen. Dabei begegnen wir faszinierenden Charakteren und uralten Geheimnissen, die Flores seiner Bestimmung unaufhaltsam näher bringen. Jedes Kapitel erkundet eine weitere Sorte Schnee in Flores' Gefühlswelt.

Dies ist eine der wenigen queeren Geschichten, die ich bisher gelesen habe. Pavlovic behandelt die Figuren mit zärtlicher Wärme und trägt sie durch einen emotionalen Wandel. Wie fühlt es sich an, Konventionen zu brechen? Was nehmen wir als selbstverständlich und wie definiert sich Glück?


Juri Pavlovic: 7 Sorten Schnee, Amrun Verlag, 2024